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Tag 5 – Paxoi – Mourtos – Igoumenitsa

Am Morgen des 4. Oktobers lernen wir den Grummel-Griechen kennen. Das ging so: Auf der Suche nach einem Bäcker kam uns in Erinnerung, dass es irgendwo an der Kaimauer einen Hinweis auf einen Bäcker gab. Also machten wir uns auf die Suche und fanden – relativ weit am südwestlichen Rand des Kais endlich in einer Gasse den Hinweis auf den Bäcker. Vor dem Laden saß ein älterer Mann und in den Regalen gab es außer einer Vielzahl von Baklava doch noch drei oder vier Brote. Es roch betörend nach frischem Brot in der Gasse und so waren wir zuversichtlich, hier noch etwas zu bekommen. Stattdessen ließ uns der Grieche erstmal ein paar Minuten warten. Dann kam er in den Laden geschlendert. Wir sagten, was wir haben wollten und er sagte uns nur, dass er uns nur 1 Brot verkaufen würde. Wir bestanden dann darauf eines von jeder Sorte zu bekommen, was er dann recht grummelig einpackte. Hinzu bestellten wir noch 4 Stückchen Baklava, welche er mehr oder eher weniger geschickt in eine Pappkartonschachtel packte.

Als wir aus dem Laden herauskamen sahen wir keine 20 m weiter eine weitere Bäckerei, vollgeladen mit frischem Brot und einer multinational fähigen Verkäuferin, die uns gerne drei weitere, kleine, frische Brote anbot. An Bord stellte sich dann heraus, dass der Grummel-Grieche uns Brot vom Vortag verkauft hatte.

Was uns auffiel: „Die Lage macht`s“. Dermaßen fokussiert auf den ersten Bäcker, haben wir den zweiten glatt übersehen und geglaubt, es gäbe nur diesen. Klassischer Fall von „Tunnelshopping“

Nach dem Frühstück wird geübt mit der Gesprächslandkarte 8×8. In kleinen Gruppen sitzen die Teilnehmenden zusammen und trainieren sich in der richtigen Fragestellung. Während Einzelne ihre eigene Frage weiter entwickeln, merken die Anderen, wie schwierig das richtige Fragen ist. Sie erzielen jedoch deutliche Erfolge und sind auch überrascht über die Entwicklung der Frage des Gegenübers.

Skipper prüft die Segelstellung
Skipper prüft die Segelstellung

Gegen Mittag brechen wir dann auf. Es geht wieder nach Norden auf das Festland. Aufgrund des mangelnden Windes erneut unter Maschine. Wir steuern kurzentschlossen die blaue Lagune an und genießen dort eine Pause mit Baden. Außerdem lassen wir das Beiboot zu Wasser und erkunden die Grotte und die Strände am Ufer.

Nach der Mittagspause moteren wir wieder in die Bucht von Igoumenitsa. Aufgrund der Erfahrungen mit klarem Hafen- und Lagunenwasser hat in der trüben Bucht diesmal keiner wirklich Lust zu schwimmen.

Erneut wird gekocht und gut gegessen. Diesmal nutzen wir das Grummel-Griechen Brot, um es zu toasten. Das macht das Brot noch essbar – und auch noch sehr lecker.

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Katzen am Fischstand
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Tag 2 – Korfu – Igoumenitsa

Bordleben
Bordleben am Abend

Das Laden der Bordbatterie hat doch nicht geklappt. Wir haben noch auf den Elektriker gewartet, der uns dann auf einen weiteren Schalter hingewiesen hat. Die Steuerung für die Einspeisung des Solar-Paneels stand auf Standby und so konnte der Landstrom gar nicht laden.

Das Warten wird genutzt, um noch eine Lerneinheit vorzuschalten. Diesmal geht es um die eigene Fragestellung. Es werden verschiedene Fragen formuliert – jede scheint individuell und doch wird deutlich: alle TeilnehmerInnen stellen Fragen vor, die mit dem nächsten Lebensabschnitt zu tun haben. Manchen scheint die Frage eines anderen bekannt zu sein und er denkt sich, die Lösung bereits zu kennen. Andere haben zunächst den Eindruck, sie werden nicht unbedingt helfen können. Aber allen wird klar: diese Fragen sind der rote Faden und sie werden inhaltlich die Reise bestimmen.

Endlich geht es los. Aufgrund des Windmangels unter Maschine in eine kleine Bucht nördlich von Igoumenitsa. Erste Steuererfahrungen zeigen: Wenn draußen Welle ist, dann kann man auch schnell bei Unachtsamkeit den Kurs verlieren. Und auf Sicht zu steuern ist etwas anderes, als der Kompassnadel zu folgen. Die Vorausschau auf den scheinbar weit entfernten Schiffsverkehr lässt uns frühzeitig nachvollziehen, warum welche Kursänderungen gemacht werden und wie schnell die griechischen Fähren unterwegs und dann auch zu einer Bedrohung werden können.

Inhaltlich erarbeiten wir uns heute das ErIch-Modell und das Magisches Dreieck. Nach einem Bad in der Bucht lauschen wir den springenden Fischen, die sich immer wieder beobachten lassen. Und wir kochen an Bord. Schnell wird ersichtlich, wie sich das Team organisiert. Wer übernimmt wo welche Aufgabe, wer hält die Verantwortung, wer delegiert, wie wird die Verantwortung aufgenommen?

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Getränke gebunkert  – es gibt noch mehr Wasser an Bord 😉

Es wird deutlich: Diese Micro-Training-Situationen werden nicht gespielt oder theoretisch durchdacht und angeleitet, sondern sie dienen der Beobachtung des echten, eigenen, persönlichen Verhaltens. Das Vorhandensein des Coaches zur Beobachtung und Begleitung ist unauffällig und er greift nur dort mit kurzen Hinweisen ein, wo Situationen entstehen, die auf die eigene MPA referenziert werden können oder mit Aspekten der persönlichen Fragestellung zu tun haben. „Der rote Faden bist Du selbst, mit deiner Fragestellung und deiner Verantwortung“. Damit wird jeder Teilnehmende auch zum Teilgeber. Das wird spätestens in der Abendrunde deutlich, in der wir uns gegenseitig austauschen darüber, was der Tag und die Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den anderen aus unserer Frage gemacht hat.

Tag 1 – Ankommen und Einschwingen

Die Crew ist am Vorabend heile in Korfu gelandet. Alle waren im gleichen Flieger und so ist auch die Anreise keine große Herausforderung und auf niemanden muss gewartet werden.

Gouvia Hafen
Take Five in Gouvia

Im Hafen liegt die Take Five bereit. Klar wird es in den nächsten Tagen etwas eng und wer Camping nicht mag, für den ist die geteilte Koje sicherlich ein Argument, eine Einzelkoje zu buchen.

Als wir am Vorabend um 23:00 Uhr noch warme Küche in der Taverne nachfragen, ist dies kein Problem. Die Bedienung mache uns alles, was auf der Karte stehe, außer Grill. Und dann stellte sich heraus, dass gegrillte Fischplatte sogar auch noch ging. Service, von dem sich München in manchen Lokalen eine Scheibe abschneiden kann.

Nach einer Nacht mit ungewohnten Geräuschen und dem leichten Schwell (Wellen, ohne Wind) im Hafen starten wir am nächsten Morgen gemütlich in den Sonntag. Erstmal Kaffee und dann gemeinsam zum Bäcker und dort Frühstücken.

Ziel der 5tägigen Reise: Eigene Fragestellungen aus dem Berufs- und Privatleben voranbringen und dabei die Grundlagen evokatorischer Führung und Beratung kennen zu lernen.

Sven von der Reith ist unser Skipper und bekannt für sein umsichtiges und gutes Anleiten der Seemannschaft. Olaf Keser-Wagner ist Evokator, Coach und Autor und hat die Methoden zur evokatorischen Führung aus verschiedenen anderen Werkzeugen zusammengestellt und weiterentwickelt. Die TeilnehmerInnen sind gespannt.

Einzelne haben schon Erfahrungen mit Seminaren auf Schiffen gemacht. Was das SeeMinar auszeichnet ist das Gespür für den Flow des persönlichen Lernens. In einer warmen Umgebung in schöner Natur lässt es sich „sinnieren“. Dieses Sinnieren ist etwas, was Sinn macht. Und zwar, weil es den echten, hinter den oberflächlichen Fragen der TeilnehmerInnen folgt. Das wiederum macht Sinn, weil es angebunden ist an Biographien, an Lebenserfahrungen und persönlichen Entscheidungswegen.

Dazu passen auch das langsame Ankommen und Akklimatisieren. Alle TeilnehmerInnen kommen aus ihrem beruflichen Alltag und müssen erstmal herunterkommen. Die „Nachklänge“ des Alltags hinter sich lassen. So wird zunächst das Boot erkundet, Hinweise auf verschiedene Sicherheitsaspekte oder die Nutzung der Toilette gegeben. Der Alltag an Bord will bewältigt werden. Und gerade, weil es für uns eine ungewohnte Umgebung ist, muss auch der scheinbare Alltag erlernt werden.

Während des Frühstücks beim Bäcker wird die Verantwortung für den Provianteinkauf vergeben. Dabei ist zu beobachten, wie Verantwortung angekündigt und dann doch von jemand anderem übernommen wird. Die Proviantlisten und Mengenerfahrungen des Skippers sind hilfreich. Die Diskussion mit den TeilnehmerInnen sorgt dafür, dass sich niemand beschweren kann, es habe irgendetwas nicht gegeben.

Der Einkauf im Supermarkt am Hafen ist mit dem Service der Lieferung bis zum Boot verbunden. Die Preise für die Produkte allerdings teilweise fast doppelt so hoch, wie im örtlichen Supermarkt.

Am Nachmittag waren wir am nahegelegenen Badestrand in der Bucht. Angenehme Wassertemperaturen jedoch mit einem relativ kräftigen Wind machen ein Baden dennoch gut möglich. Auffallend ist ein Gelände mit rechteckig abgesteckten, befestigten Flächen und vielen Feuerlöschschläuchen.

sdr
Der Grillplatz

Das rief die Frage hervor, was dieses Gelände für eine Funktion habe. Wir sind der Meinung, es ist ein Grillplatz, auf dem jeder seinen eigenen Grill mitbringen kann und dort dann grillen darf.

Die Technik an Bord scheint einen Defekt zu haben. Trotz Stromanschluss an Land, zeigt die Batterie kaum Ladetätigkeit an. Daher fragen wir nochmal nach dem Techniker, der uns darauf hinweist, dass eine Hauptsicherung umgestellt werden musste. Am Abend scheint dann die Aufladung zu klappen.

Eine erste Einweisung in das umfangreiche persönliche Logbuch erfolgt. Dieses enthält neben den klassischen Eintragsmöglichkeiten zum Reiseverlauf auch Hintergründe zur Seemannschaft. Darüber hinaus ist es mit Informationen über die zu lernenden Methoden gefüllt. Die Gesprächslandkarte 8×8, das ErIch-Modell und das magische Dreieck werden in den nächsten Tagen geschult und geübt. Die MotivationsPotenzialAnalyse ist bereits im Vorfeld erfolgt und persönlich ausgewertet worden. Im Reiseverlauf wird es auch darauf immer wieder Bezüge und reflexive Phasen geben.

Der erste Input: Das ErIch-Modell zur Delegation von Verantwortung. Es wird helfen für die Zukunft die Fragen zu entwickeln, die es braucht, Verantwortlichkeiten klar zu formulieren und zu delegieren. Ein Keylearning: Aufgaben sind teilbar, Verantwortung nicht.  Und Rückblickend auf die Verantwortungsübernahme für den Lebensmitteleinkauf ein Augenöffner.

Der Abend wird in einer anderen Taverne beschlossen. Wieder eine leckere Mahlzeit, Bier, Retsina oder Ouzo und an Bord den letzten GinTonic.

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Abendstimmung in Gouvia

Morgen wird es dann losgehen. Für einige die erste Segelerfahrung, für andere eine willkommene wiederholte Erfahrung. Für alle jedoch spannend.

Motivation – das Beziehungsmotiv

Ein Artikel und eine Reflexion über Motivation, sowie ein kurzes Beispiel aus der MPA. In einem Blogbeitrag von Olaf Keser-Wagner nachzulesen:

Motivationen messbar machen

Die Herausforderung an die neuen Chefs besteht darin, dass sie die Motive ihrer Mitarbeiter bedienen müssen, statt sich aus den eigenen Motiven zu überlegen, welche Belohnung eine entsprechende Handlung nach sich zieht. Dabei werden in der MPA die Motive nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unterteilt in Motivkategorien und die bipolar wirkenden dazugehörigen Motive.