Tag 6 – Heimfahrt

Windstille
Abendstimmung

Der Superforecast hat uns Windstärken bis 18 Kn vorhergesagt – wahrscheinlich alle hintereinander… Um dem Segeln dann doch noch gerecht zu werden, setzen wir Fock und Groß und dümpeln mit 3 Knoten durch ein ruhiges Ionisches Meer. Da wir erst gegen 16:00 Uhr in Gouvia sein müssen, wollen wir noch eine Bucht östlich der Insel Tongo ansteuern. Doch der Wind meint es so lau mit uns, dass wir etwas später doch entscheiden Richtung Westen den Kurs zu wechseln. So erreichen wir Gouvia bereits gegen 14:00 Uhr und erleben den Stau an der Schiffstankstelle. Vor uns warten rund 20 andere Charterschiffe auf Diesel.

Wir nutzen die Zeit für gegenseitige Absprachen: Wer macht was mit wem und wann? Und was nimmt sich jeder einzeln vor, um mit seiner neu gewonnenen Frage auch konkrete Schritte weiter zu gehen? So entstehen Verabredungen und gegenseitige Verpflichtungen.

Nach gut einer Stunde Wartezeit sind wir dran und kurz danach endgültig an unserem Liegeplatz. Zeit für ein Feed-Forward. Auch die Veranstalter wollen nochmal wissen, was das SeeMinar bei den Teilnehmenden ausgelöst hat und wie sie ihr Angebot noch besser gestalten können. Darüber tauschen sich alle gemeinsam im Cockpit nochmal aus.

Etwas Verbesserungspotenzial liegt in der besseren Verzahnung der komplexen Situationen an Bord mit den Themenbereichen „Verantwortung“ und „Team“. Hierauf wurde nur stichpunktartig eingegangen, dabei liegt hier noch viel Potenzial.

Besonders hervorgehoben wurde jedoch das Format. „Das kannst Du auf keiner Hütte oder in keinem Tagungshotel machen“, weil man sich da viel zu leicht aus dem Weg gehen kann. Und die kurzen Input-Einheiten von 2 h je Tag reichen vollkommen aus, um soviel Gedankenanstöße zu geben, dass man während der Reise doch permanent mit seinen Fragestellungen beschäftigt ist. Insgesamt wurde der Flow gelobt und das gute Gespür von Sven und Olaf, sowohl was die Kenntnisse und Fähigkeiten der Mitsegler betraf, als auch was an Input noch möglich war. Die Entschleunigung an Bord hat zu intensiven Besinnungsmöglichkeiten geführt. „Selbst wenn du seekrank bist oder du nachts wach liegst, weil du die anderen Mitsegler hörst, denkst Du über deine Frage nach“. Die einzige Frau an Bord stellt auch fest, dass sie vorher dachte, den anderen nicht wirklich helfen zu können bei deren Fragestellungen. Durch die Methodik hat sich das jedoch als vollkommen falsch herausgestellt.

Die SeeMinar-Reise ist damit am Ende angekommen. Sie klingt in einer Taverne aus. Eine Nacht haben wir noch an Bord, bevor es am nächsten Abend wieder zurück nach München geht. Und während wir in der Taverne sitzen beginnt es plötzlich wie aus Eimern zu schütten. Eine Schiffsluke ist jedoch noch offen – also heißt es für einzelne vorzeitig aufbrechen durch den Regen, um das eindringende Wasser noch zu stoppen.

yachtclub-korfu.jpg
Der Hafen des Yacht-Club Korfu mit Blick auf das Kloster
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s