Tag 1 – Ankommen und Einschwingen

Die Crew ist am Vorabend heile in Korfu gelandet. Alle waren im gleichen Flieger und so ist auch die Anreise keine große Herausforderung und auf niemanden muss gewartet werden.

Gouvia Hafen
Take Five in Gouvia

Im Hafen liegt die Take Five bereit. Klar wird es in den nächsten Tagen etwas eng und wer Camping nicht mag, für den ist die geteilte Koje sicherlich ein Argument, eine Einzelkoje zu buchen.

Als wir am Vorabend um 23:00 Uhr noch warme Küche in der Taverne nachfragen, ist dies kein Problem. Die Bedienung mache uns alles, was auf der Karte stehe, außer Grill. Und dann stellte sich heraus, dass gegrillte Fischplatte sogar auch noch ging. Service, von dem sich München in manchen Lokalen eine Scheibe abschneiden kann.

Nach einer Nacht mit ungewohnten Geräuschen und dem leichten Schwell (Wellen, ohne Wind) im Hafen starten wir am nächsten Morgen gemütlich in den Sonntag. Erstmal Kaffee und dann gemeinsam zum Bäcker und dort Frühstücken.

Ziel der 5tägigen Reise: Eigene Fragestellungen aus dem Berufs- und Privatleben voranbringen und dabei die Grundlagen evokatorischer Führung und Beratung kennen zu lernen.

Sven von der Reith ist unser Skipper und bekannt für sein umsichtiges und gutes Anleiten der Seemannschaft. Olaf Keser-Wagner ist Evokator, Coach und Autor und hat die Methoden zur evokatorischen Führung aus verschiedenen anderen Werkzeugen zusammengestellt und weiterentwickelt. Die TeilnehmerInnen sind gespannt.

Einzelne haben schon Erfahrungen mit Seminaren auf Schiffen gemacht. Was das SeeMinar auszeichnet ist das Gespür für den Flow des persönlichen Lernens. In einer warmen Umgebung in schöner Natur lässt es sich „sinnieren“. Dieses Sinnieren ist etwas, was Sinn macht. Und zwar, weil es den echten, hinter den oberflächlichen Fragen der TeilnehmerInnen folgt. Das wiederum macht Sinn, weil es angebunden ist an Biographien, an Lebenserfahrungen und persönlichen Entscheidungswegen.

Dazu passen auch das langsame Ankommen und Akklimatisieren. Alle TeilnehmerInnen kommen aus ihrem beruflichen Alltag und müssen erstmal herunterkommen. Die „Nachklänge“ des Alltags hinter sich lassen. So wird zunächst das Boot erkundet, Hinweise auf verschiedene Sicherheitsaspekte oder die Nutzung der Toilette gegeben. Der Alltag an Bord will bewältigt werden. Und gerade, weil es für uns eine ungewohnte Umgebung ist, muss auch der scheinbare Alltag erlernt werden.

Während des Frühstücks beim Bäcker wird die Verantwortung für den Provianteinkauf vergeben. Dabei ist zu beobachten, wie Verantwortung angekündigt und dann doch von jemand anderem übernommen wird. Die Proviantlisten und Mengenerfahrungen des Skippers sind hilfreich. Die Diskussion mit den TeilnehmerInnen sorgt dafür, dass sich niemand beschweren kann, es habe irgendetwas nicht gegeben.

Der Einkauf im Supermarkt am Hafen ist mit dem Service der Lieferung bis zum Boot verbunden. Die Preise für die Produkte allerdings teilweise fast doppelt so hoch, wie im örtlichen Supermarkt.

Am Nachmittag waren wir am nahegelegenen Badestrand in der Bucht. Angenehme Wassertemperaturen jedoch mit einem relativ kräftigen Wind machen ein Baden dennoch gut möglich. Auffallend ist ein Gelände mit rechteckig abgesteckten, befestigten Flächen und vielen Feuerlöschschläuchen.

sdr
Der Grillplatz

Das rief die Frage hervor, was dieses Gelände für eine Funktion habe. Wir sind der Meinung, es ist ein Grillplatz, auf dem jeder seinen eigenen Grill mitbringen kann und dort dann grillen darf.

Die Technik an Bord scheint einen Defekt zu haben. Trotz Stromanschluss an Land, zeigt die Batterie kaum Ladetätigkeit an. Daher fragen wir nochmal nach dem Techniker, der uns darauf hinweist, dass eine Hauptsicherung umgestellt werden musste. Am Abend scheint dann die Aufladung zu klappen.

Eine erste Einweisung in das umfangreiche persönliche Logbuch erfolgt. Dieses enthält neben den klassischen Eintragsmöglichkeiten zum Reiseverlauf auch Hintergründe zur Seemannschaft. Darüber hinaus ist es mit Informationen über die zu lernenden Methoden gefüllt. Die Gesprächslandkarte 8×8, das ErIch-Modell und das magische Dreieck werden in den nächsten Tagen geschult und geübt. Die MotivationsPotenzialAnalyse ist bereits im Vorfeld erfolgt und persönlich ausgewertet worden. Im Reiseverlauf wird es auch darauf immer wieder Bezüge und reflexive Phasen geben.

Der erste Input: Das ErIch-Modell zur Delegation von Verantwortung. Es wird helfen für die Zukunft die Fragen zu entwickeln, die es braucht, Verantwortlichkeiten klar zu formulieren und zu delegieren. Ein Keylearning: Aufgaben sind teilbar, Verantwortung nicht.  Und Rückblickend auf die Verantwortungsübernahme für den Lebensmitteleinkauf ein Augenöffner.

Der Abend wird in einer anderen Taverne beschlossen. Wieder eine leckere Mahlzeit, Bier, Retsina oder Ouzo und an Bord den letzten GinTonic.

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Abendstimmung in Gouvia

Morgen wird es dann losgehen. Für einige die erste Segelerfahrung, für andere eine willkommene wiederholte Erfahrung. Für alle jedoch spannend.

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