Feed Forward – die letzte Etappe: Tersane – Göcek

In Zweiergespräche vertieft, sitzen wir auf der schattigen Terrasse und schauen nach vorne. Was haben wir gelernt, was hilft und für den Alltag, was werden wir konkret in den nächsten Wochen umsetzen. Mein Gesprächspartner hat eine lange Liste: Mitarbeitergespräche, Re-organisation des Bereiches, motivationale Mitarbeiterführung über deutlichere Ansagen. Wir klären genau, welcher Ort, welche Zeit, ob Budget oder weitere Unterstützung benötigt wird. Dabei wird deutlich, dass die Gespräche im Büro oder im Besprechungsraum im Bürobereich stattfinden sollen und nicht in der Werkstatt. Auch ich nehme mir konkrete Dinge vor: Angebote an zwei Kunden formulieren, weitere Themen in der Akquise angehen etc. Wir tragen zusammen und haben einen schönen Blumenstrauß an nächsten Schritten.
Dann machen wir die Leinen los und uns auf den Weg nach Göcek. Der Wind hat auf 12 Knoten zugenommen, wir laufen aus der engen Bucht aus und setzen die Segel zwischen den Inseln. Auf der Suche nach dem Wind ziehen wir ein paar Schleifen. Als ob sich der Wind nicht entscheiden kann, aus welcher Richtung er kommen will. Es wird deutlich, wie die Inseln und die Berghöhen den Wind beeinflussen. Zwischen den Inseln und dem Festland ist mehr Wind. Bis zu 20 Knoten Wind sind da. Wir legen ein Reff ein und genießen die schöne Segelei. Die Manöver klappen prima und nach einer schönen Kreuz nach Süden gehen wir vor dem Wind nach Norden in die Bucht von Göcek.
An der Tankstelle wird das Schiff von den Mitarbeitern des Charterunternehmens übernommen und zwischen die Boote am Steg regelrecht gequetscht. Am Steg sprechen wir mit dem Stützpunktleiter und erfahren, dass zwei Boote mit kaputtem Bugstrahlruder wieder eingelaufen sind. Als der Taucher auch unser Schiff von unten prüft, stellt er fest, dass auch unser Bugstrahlruder defekt ist. Alle Flügel der Schraube sind abgerissen. Das Tauchprotokoll der vorherigen Abnahme zeigt jedoch, dass es offensichtlich schon angeschlagen war. Wir sind sehr überrascht, da wir um die Anfälligkeit des Bugstrahlruders durch die Mooring-Leinen und andere Bändsel wussten. Die anderen Chartergäste gaben an, sie wären es nicht gewesen. Ein typisches Wegschieben der Verantwortung. Unvorstellbar dann für sie, dass in der Bucht, in der das Malheur passiert war, andere zugesehen hatten und den Vercharterer informiert hatten.
Bis zum Abendessen verbringen wir die Zeit mit Duschen und der Abschlussrunde. Wir erhalten ein letztes Feedback, machen uns Gedanken darüber, wie es weitergehen könnte, verabreden uns auf eine gemeinsame Telefonkonferenz und genießen das warme und sonnige Wetter. In München soll es gerade mal 17 Grad haben und mit einem lachenden und einem Weinenden Auge wird diese Reise morgen enden.
Mit Cem von der Marina fahren wir zum Abendessen im kleinen Service-Boot zum Restaurant und erfahren die eine oder andere Geschichte über Chartergäste und ihre Marotten. Gegen 01:00 Uhr geht es in die Koje zum Schlafen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s