Widerstände – die fünfte Etappe: Fethiye – Tersane

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Den Vormittag verbringen wir mit einem Landausflug: Mit dem Taxi geht es nach Kajaköy, einer verlassenen Stadt, 7km von Fethiye. Der Gang durch die Ruinen, löst Fragen aus: Was bedeuten die runden Anbauten? Waren es Speisekammern oder Brunnen? Wir erkennen die Nähe zum Stadtzentrum an der Größe der Häuser. Im Reiseführer lesen wir über die Hintergründe und die eine oder andere politische Diskussion entsteht.
Es tut aber auch gut, mal nicht an Bord zu sein oder in einem Restaurant. Das Gefühl „draußen“ zu sein aus dem Bordleben stellt sich ein.
Dann der Schlag nach Tersane. Mit guten Windverhältnissen fahren wir am Wind zurück über den Golf von Fethiye. Wir entdecken die schöne Lage am Wind und die schnell sich drehenden Windverhältnisse unter der Wolke und vor der Küste. Das mittracken der Route zeigt, welcher Umweg nötig war und wie viel wir noch hätten aufkreuzen müssen, wenn wir nur unter Segeln hätten reisen können.
Das Segeln am Wind macht allen Freude – und es wird erlebbar, welche Kräfte schon bei 4 Windstärken am Rumpf ziehen. Die Aufmerksamkeit unter dieser Spannung steigt und die Manöver klappen deutlich besser. Die Reaktion der Segel auf eine falsche Segelstellung oder eine Abweichung vom Kurs ist leichter erkennbar. „Wie im echten Leben auch: Unter Streß reagiert ein Team oft deutlich klarer“.
Tagesthema sind die Widerstände: Die Stimme der Rechtfertigung, die Stimme des Zweifels und die blanke Angst. Sie sind im 8×8 an bestimmten Stellen lokalisiert und machen verschiedene Strategien zur Bewältigung klar. Während die Rechtfertigung eher kognitiv als Argumentations- und Diskussionsverhalten wahrgenommen wird, stellt sich die blanke Angst als eher körperlich und stark auf die Zukunft gerichtet dar. Während bei der Rechtfertigung die Balance zwischen den Fakten und den dazu gebildeten Meinungen nicht stimmt, ist es bei der blanken Angst die Balance zwischen Ziel und möglichem Weg.
Mit der Theory U beschließen wir am Abend den Theorie-Input. Die Herleitung über die verschiedenen Modelle hilft zu erkennen, wie weitreichend die angewendeten Methoden miteinander verknüpft sind und aus welchen Quellen sie stammen.
Am Steg werden wir gefragt, was wir zu Abend essen wollen: Zur Auswahl stehen: Lamm, Fisch, Calamares, Huhn. „Kleine Karte“ sozusagen. Keine Preisansage, keine eigene Auswahl an Vorspeisen. Das Restaurant führt über das Wegefeld zu einem genußvollen Abend. Mein Lamm war hervorragend – stammte es doch von der Insel aus der eigenen Tierhaltung des Steg- und Restaurantbesitzers.

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