Von A bis Z: Erste Etappe: Marmaris – Ceftlik

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Frühstücken im Pineapple, dann das Erstellen der Einkaufsliste. Gemeinsam tauschen wir aus, was wir mögen, schätzen ein, wieviel wir benötigen. Die Einkaufsliste des Charterunternehmens unterstützt uns dabei, sie erinnert uns an Dinge, die uns in der momentanen Situation nicht einfallen.
Alles wird dann im Einkaufswagen verstaut und direkt vom Supermarkt bis ans Boot geschoben. Zu viert können wir eine gute Kette machen und die Tüten und Paletten an Bord heben. So entdecken wir auch verschiedene Staufächer unter dem Boden (in der Bilge) und unter den Bänken.
Dann eine gründliche Einweisung ins Schiff: Von A wie Ankerkette bis Z wie Zewa-Tücher nicht in die Toilette.
Am frühen Nachmittag geht es bei unbewölktem Himmel auf nach Ceftlik. Zwar gibt es in der Bucht von Marmaris schöne Winde, diese sind jedoch erstens direkt von vorn und zweitens nur in der Bucht. Unter Maschine durch die enge Zufahrt ein paar Seemeilen an der Küste entlang.
Am Steg lassen wir uns vom Restaurantbesitzer einweisen. Und dann passiert es: Wir haben eine ganz kurze Grundberührung. Der Stegbesitzer meint, das könne nicht sein. Er geht selbst tauchen und entdeckt: Der Nachbar hat im vergangenen Jahr seinen Steg versetzt und neue Eisenstützen angebracht. Die Alten hat er einfach abgeschnitten und in der Zufahrt liegen lassen. Am Schiff ist aber alles in Ordnung.
Führungstechnisch schildert Sven: In dem Moment, als wir die Festmacher übergeben haben, hat er sich voll und ganz auf den Stegbesitzer verlassen und die Verantwortung unbewusst an diesen abgegeben. Daher hat er den Tiefenmesser nicht mehr im Blick gehabt. Als er zufällig drauf geschaut hat, zeigte er 0 an und er dachte noch „Jetzt wird es knapp“, da merkten wir schon den leichten Ruck an Bord. Zum Glück hatten wir so gut wie keine Fahrt mehr.
Wie leicht passiert es, dass man ohne geeignete Absprache, die Verantwortung einfach an jemand anderen abgibt. Wie leicht übernimmt man aber auch Verantwortung für andere, ohne dass man das deutlich macht. Aber übergibt man wirklich die Verantwortung? Die Verantwortung für das Schiff hat der Skipper – auch wenn er sich auf die Anweisungen des Stegbesitzers verlässt. Er delegiert Aufgaben und bei dem oben geschilderten Anlegemanöver stellt sich dann die Frage, wo der Fehler passiert ist, dass es zur Grundberührung kam.
Bei genauerer Nachforschung stellt sich heraus, dass die Information über den Tiefgang des Schiffs sehr wohl an den Stegbesitzer übergeben wurde. Dieser jedoch die Meinung hatte, die Rinne sein tief genug. Er konnte es kaum glauben, dass wir mit den 2,20 m nicht durch die Rinne kommen – ihm fehlte die Information, dass der Nachbar die alten Stützpfeiler einfach in der Durchfahrt liegen ließ.
Fehler aufgrund fehlender Information oder fehlenden Bewusstseins passieren jedoch immer wieder. Die Aufgabe, die für die Führungskraft daraus entspringt ist folgende: Möglichst gut versuchen, dass Bewusstsein des Mitarbeiters für die Aufgabe in ihrer Komplexität zu wecken. Wie das geht, zeigt das ErIch-Modell, welches an späterer Stelle kurz geschildert wird.

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