Führen mit dem magischen Dreieck

Ist die Rolle einer Führungskraft definiert, kann der Prozess des Führens beginnen. Wir haben an Bord verschiedene Ämter vergeben, die über den gesamten Reiseverlauf gleichbleibend sind. Andere Ämter wechseln täglich oder auch nach der halben Woche. Es gibt also Rollen, die bekannt sind, wenn sie übernommen werden, weil ein Vorgänger sie bereits erfüllt hat. Und es gibt Rollen, die man für sich selbst erst definieren muss, weil man das Führungsfeld noch gar nicht genau kennt.

Wir haben faktisch mit Segelmanövern begonnen. Für jemanden, der noch nie gesegelt ist, gibt es hier sehr große Herausforderungen die Abläufe und die damit verbundenen Kommandos zu erfassen und eigeninitiativ umzusetzen. Kann Führung aus einer fachlichen Unsicherheit heraus entstehen? Kann sie vor allem auch von den Geführten dennoch als eine solche empfunden werden? Was bedeutet Unsicherheit in der Fachlichkeit für die Führungssituation?
Mit dem magischen Dreieck wird dies deutlich: Führung spielt sich ab zwischen den zu erreichenden Zielen, den dazu zu gestaltenden Prozess-Schritten und den mit diesen beiden betrauten Menschen und ihrer Beziehung zueinander. Das bedeutet gleichzeitig: Es liegt Kompetenz zur Zielerreichung im Team. Mitglieder können deutlich mehr wissen von der fachlichen Genauigkeit des Ziels. Sie können auch ein besseres Prozesswissen haben. Dieses kann die Führungskraft jedoch abrufen und damit letztendlich die Eigenverantwortung und Mitarbeitermotivation genauso stärken, wie die eigene Führungsposition. Führen per Anweisung geht nicht, ohne entsprechendes Fachwissen. Dialogische Führung führt durch das Gespräch zu einem gemeinsamen Lernen. Der Geführte erfährt seine Führung in den Fragestellungen der Führungskraft. Der Führende erlernt fachliche Kompetenzen und Prozesserkenntnisse aus den Rückmeldungen des Mitarbeiters.
Grundlegende Fähigkeit für dialogische Führung ist jedoch die Fähigkeit, dem Mitarbeiter zuzuhören, seine Kompetenz einzuschätzen und zu respektieren und dann vor allem mögliche Konsequenzen und weiterführende Fragestellungen entwickeln, die zu einer zielführenden Entscheidung lotsen.
Die Aufgabenstellungen bei Segelmanövern lassen sich sehr klar beschreiben. Die einzelnen Stationen im Prozess des Manövers haben kurze, klare Vorgaben. Nichts desto trotz, muss die Aufmerksamkeit aller auf dem gesamten Manöver liegen. Dies zu erreichen im Arbeitsalltag, ohne die Mitarbeiter zu überfordern, ist Aufgabe der Führungskraft.

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